
Hannover, 26. Juli 2026. Ein Surf-Fest der absoluten Superlative: An der enercity Leinewelle feierte die deutsche Rapid-Surf-Elite am Wochenende im Rahmen der „Die Finals 2026“ ihre offiziellen Deutschen Meisterschaften. Rund 9.000 bis 10.000 begeisterte Zuschauer säumten an beiden Wettkampftagen täglich die Uferpromenade in der niedersächsischen Landeshauptstadt und sorgten für einen phänomenalen Besucherrekord: Noch nie haben so viele Menschen eine Surfveranstaltung in Deutschland live vor Ort verfolgt. Welchen Stellenwert Rapid Surfing mittlerweile genießt, unterstrich auch der Oberbürgermeister bei seinem Besuch der Welle, der begeistert von der „Surfstadt Hannover“ sprach. Das sportliche Niveau stand der Kulisse in nichts nach und lieferte packende Titelentscheidungen bis zur allerletzten Welle.
Herren: 17-jähriger Shootingstar Yves Viala fliegt im Finale zum Titel
Das Finale der Open Men entwickelte sich zu einem an Dramatik kaum zu überbietenden Krimi. Nach den ersten Wellen lag Lokalmatador Konstantin Leugermann (19, Osnabrück / Leinewelle e.V.) vor heimischem Publikum in Führung und versetzte die Fans in Ekstase. Doch auf der letzten Welle schlug die Stunde von Yves Viala (17, München): Der Shootingstar, der die spektakulären Air-Tricks erst seit rund einem Jahr beherrscht, konterte die Konkurrenz mit der absoluten Event-Höchstwertung von 9,6 Punkten und sicherte sich damit seinen ersten großen Titel bei den Erwachsenen.
Auf Platz zwei folgte ein überragend surfender Konstantin Leugermann, der sich den Vizemeistertitel sicherte. Das Final-Ensemble komplettierten Marius Øystein Gerlach (25, München) auf Rang drei und Joshi Holy (25, München) auf Rang vier.
Bereits in den Halbfinals hatte sich die enorme Leistungsdichte des Teilnehmerfeldes gezeigt. Für das größte Drama sorgte das Ausscheiden des Deutschen Meisters von 2025, Lennard Weinhold (25, Köln). Nach einer langwierigen Verletzungspause ging der Kölner gehandicapt an den Start und verpasste das Finale extrem knapp um lediglich 0,27 Punkte.
„Es tut unfassbar weh, aber so ist der Sport. Das Feld rückt immer näher zusammen und das Niveau steigt“, zeigte sich der sichtlich mitgenommene Vorjahressieger nach seiner knappen Niederlage als wahrer Sportsmann.
Frauen: Nervenschlacht im Finale – Valeska Schneider holt den Meisterschafts-Hattrick
Das Finale der Open Women stand dem Männerspektakel in Sachen Dramatik in nichts nach. Nach einem extrem engen Halbfinale, in dem Titelverteidigerin Valeska Schneider (34, München) nach Stürzen mächtig unter Druck geriet und erst mit ihrer allerletzten Welle haarscharf den Finaleinzug sichern konnte, entwickelte sich das große Finale zu einem echten Nervenkrimi. Nach den ersten zwei Runs lagen alle vier Athletinnen gleichauf.
Zunächst übernahm Anika Weizel (34, Osnabrück) mit einem kraftvollen Stil, präzisen 360s und gestandenen Air Reverses das Kommando und setzte mit einer 7,37 die vorläufige Richtmarke. Doch in der entscheidenden Phase bewies Valeska Schneider phänomenale Nervenstärke: Sie steigerte sich von Welle zu Welle, zauberte mit ihrer letzten Welle eine 7,87 – die Höchstwertung des Damen-Finales – auf das Wasser und sicherte sich strahlend zum dritten Mal in Folge die Meisterschaftskrone.
„Dieser Titel ist vielleicht der wertvollste für mich, denn es war verdammt schwer heute. Das Niveau bei den Frauen ist extrem gestiegen und Anika hat uns im Finale alles abverlangt“, freute sich die frischgebackene Dreifach-Meisterin nach der Siegerehrung.
Den Vizemeistertitel sicherte sich mit einer überragenden Leistung die Osnabrückerin Anika Weizel. Bronze ging an Ina Schorr (21, München), die im Halbfinale die Tageshöchstwertung der Damen (8,3) erzielt hatte. Die erst 17-jährige Lea Sasse (München) komplettierte das hochklassige Finale auf Rang vier.
Juniors & Masters: Nachwuchs-Coup und Vorbilder für die Wellen-Zukunft
Neben den Open Classes unterstrichen auch die Nachwuchs- und Masters-Kategorien die beeindruckende Breite und Zukunft des Rapid-Surfings in Deutschland:
Rapid Surfing auf Boom-Kurs: Urbaner Sport bringt Wellenreiten in die Städte
Das Engagement lokaler Initiativen wie in Kassel ist kein Einzelfall, sondern Sinnbild einer deutschlandweiten Bewegung. Die Rekordkulisse in Hannover unterstreicht eindrucksvoll den rasanten Aufstieg des Rapid Surfings: Die Sportart bringt das Wellenreiten raus aus dem Ozean und mitten ins Zentrum der Großstädte. Neben den etablierten Hotspots wie Eisbach München, der enercity Leinewelle in Hannover oder der Fuchslochwelle in Nürnberg gibt es bundesweit über ein Dutzend Projektinitiativen, um künstliche Wellen oder Flusswellen zu errichten. Hamburg, Ulm, Gießen, Würzburg, Stuttgart und Kassel sind nur einige der Regionen, in denen zukunftsweisende Flusswellen-Projekte in Planung und Umsetzung sind. Sie bringen die Welle direkt vor die Haustür der Athletinnen und Fans. Das stetig steigende sportliche Niveau und das gewaltige Zuschauerinteresse bei Events wie den „Die Finals 2026“ belegen, dass Rapid Surfing als Sportart voll auf der Erfolgswelle reitet.
Die Final-Ergebnisse im Überblick:
Open Women:
Open Men:
Juniors (U18):
Masters: