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DWV Eramsmus+ Coaching: Costa de Caparica

In diesem Erfahrungsbericht gibt Igor Zyganow Einblicke in seine Erfahrungen während der Hospitation in Portugal, die er gemeinsam mit Clemens Pitzal absolvierte.

Im Rahmen des Erasmus+ Projekts durfte ich gemeinsam mit Clemens im Oktober 2025 vier intensive Wochen in Costa da Caparica (Portugal) zu Gast bei dem Surfclub BE Surf Academy verbringen. Mitorganisiert und begleitet wurde mein Aufenthalt von Zoltán Bakró, dem Gründer des Magnet Projects und erfahrenen Surfcoach. Durch ihn erhielt ich wertvolle Einblicke in Coachingprozesse, Organisationsstrukturen und die lokale Surfkultur Portugals.

Boardbags am Bürgersteig

Failing to prepare is preparing to fail – by Igor Zyganow

Das große Highlight meiner Hospitation war die Zusammenarbeit mit dem australischen Elite-Coach Martin Dunn, der als Gastcoach vor Ort war. Ihn während seiner Trainings begleiten zu dürfen, war eine enorme Bereicherung. Ich konnte viele einfache, aber äußerst wirkungsvolle Methoden kennenlernen, um Surfer*innen gezielt in ihren technischen Fähigkeiten zu fördern.

Mit seiner freundlichen, klaren und pädagogisch wertvollen Art hatte Martin schon früher einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Viele kennen ihn aus seinen Videos im Internet – ihn nun persönlich zu treffen und als Coach begleiten zu dürfen, war ein echter Traum.

Als Shadow-Coach war ich in Theorieeinheiten, Videoanalysen und aktive Wassersessions eingebunden. Mein Fokus lag darauf, seine Coachingmethoden, seine Art zu motivieren und insbesondere sein gezieltes „Auge“ für technische Details zu studieren. Es ist beeindruckend, wie Martin komplexes Wissen in klare, anwendbare Anweisungen übersetzt, die Surfer*innen im Wasser sofort umsetzen können – ohne sie zu überfordern. Ob Pop-up oder ein komplexes Air-Manöver – bei allem wurde lösungsorientiert eine Anweisung gegeben, die durch jahrelang komprimiertes Fachwissen teilweise auf nur ein Wort reduziert werden konnte. Diese direkte, praxisnahe Herangehensweise hat mir gezeigt, wie effektiv Coaching sein kann, wenn es auf Beobachtung, Einfachheit und kontinuierlichem Feedback basiert.

Martin Dunn beim Theorievortrag

Internationale Zusammenarbeit und neue Perspektiven – by Igor Zyganow

Zwischendurch durfte ich auch die Coaches der BE Surf Academy kennenlernen. Diese Organisation ist die Dachstruktur, die Zoltan und seinem Magnet Project die offizielle Unterrichtslizenz erteilt und sie sowohl organisatorisch als auch fachlich unterstützt. Die Zusammenarbeit verdeutlichte mir, wie eng lokale Surfschulen und überregionale Institutionen in Portugal kooperieren, um qualitativ hochwertiges Surfcoaching zu gewährleisten.

Ein besonderes Erlebnis war außerdem das Wiedersehen mit Pedro Barbudo, derzeit Trainer der russischen Nationalmannschaft und ehemaliger Jugendcoach des portugiesischen Teams. Er wollte sich die Chance nicht entgehen lassen zwei Tage lang bei Martin Dunn zu hospitieren. Ihn und Martin zusammen zu erleben, war inspirierend – zwei Coaches mit unterschiedlichen Hintergründen, die beide mit großem Fachwissen und Leidenschaft arbeiten.

Eventerfahrung: Hungarian Surf Fest – by Igor Zyganow

Zum Abschluss meines Aufenthalts unterstützte ich das Team bei der Planung, Organisation und beim (Shadow-)Judging des Hungarian Surf Fest (HSF). Das Event bot mir die Gelegenheit, die Abläufe eines internationalen Surfcontests hautnah mitzuerleben. Besonders spannend war der Vergleich zu meiner früheren Erfahrung bei der Deutschen Meisterschaft im Wavepool – in Portugal zeigte sich deutlich, wie stark natürliche Bedingungen die Anforderungen an Judges und Organisatoren verändern.

Vom Auf- und Abbau über die Unterstützung der Beach Marshals bis hin zur Mitarbeit im Hintergrund bei den Judgings, bei denen die meisten Judges aus Portugal kamen – all das war eine interessante und aufregende Erfahrung.

Das HSF war ein lebendiges Beispiel dafür, wie internationale Surf-Communities zusammenkommen, um den Sport weiterzuentwickeln – ein Ereignis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Fazit

Die Hospitation in Costa da Caparica war für mich eine außergewöhnlich lehrreiche und inspirierende Zeit. Ich konnte nicht nur meine Fähigkeiten im technischen Surfcoaching erweitern, sondern auch mein Verständnis von internationaler Zusammenarbeit und Coachingkultur vertiefen.

Ein großes Dankeschön geht an Zoltan vom Magnet Project, an Martin Dunn für seine inspirierende Art zu lehren, an die BE Surf Academy für die Unterstützung als Gastorganisation vor Ort sowie an den Deutschen Wellenreitverband, der diese wertvolle Erfahrung möglich gemacht hat.

 

Finanziert von der Europäischen Union.

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