Im Rahmen ihres Erasmus+ Aufenthalts hatte Veronica Steigner die Möglichkeit, mehrere Wochen beim Shelter Surf Kluba in Zarautz zu hospitieren. Der Surfclub ist tief in der lokalen Community verankert und zeichnet sich durch einen inklusiven Ansatz aus – von Kinderkursen bis hin zu Erwachsenen- und Performance-Gruppen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung von Mädchen und Frauen im Surfen.
Während des Praktikums konnte Veronica nicht nur Trainingsprozesse begleiten, sondern auch aktiv im Coaching unterstützen und wertvolle Einblicke in unterschiedliche Lern- und Lehrmethoden gewinnen.

Ein zentraler Bestandteil des Praktikums war das sogenannte Shadow Coaching. Veronica begleitete täglich verschiedene Gruppen – von jungen Anfänger:innen im Alter von 5 Jahren, Teens Academy, Menschen mit Beeinträchtigung, bis hin zu erwachsenen Surfer:innen.
Die Arbeit begann mit den Kids Camps, in denen spielerisches Lernen im Vordergrund stand. Besonders auffällig war, wie effektiv Kinder durch Spiele und kreative Methoden an das Surfen herangeführt werden. Trotz herausfordernder Bedingungen – kaltes Wetter, große Wellen und Sprachbarrieren (Basque, Spanisch, Englisch) – gelang es dem Team, eine unterstützende und motivierende Atmosphäre zu schaffen.
Ein wichtiger Aspekt war die individuelle Betreuung:
Jüngere Kinder, insbesondere wie die 6-jährige, benötigten oft eine intensivere 1:1 Begleitung. Hier zeigte sich, wie wichtig Vertrauen, Geduld und Einfühlungsvermögen im Coaching sind.

Ein besonders prägender Teil des Praktikums war die Arbeit mit weiblichen Surferinnen – sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenbereich.
In den Kids Camps waren Mädchen häufig in der Unterzahl, wurden jedoch aktiv in die Gruppe integriert und gefördert. Sprachbarrieren oder Unsicherheiten spielten dabei eine untergeordnete Rolle – durch nonverbale Kommunikation und Gruppendynamik fanden alle ihren Platz.
In den „Adult Warriors“-Gruppen zeigte sich ein anderes Bild:
Hier bestand die Mehrheit teilweise aus Frauen, die sich gemeinsam neuen Herausforderungen stellten. Trotz schwieriger Bedingungen wie großen Wellen oder starker Strömung war die Gruppendynamik geprägt von gegenseitiger Unterstützung und Motivation.
Besonders spannend war zu beobachten, wie wichtig Vorbilder im Wasser sind. Durch eigenes Demonstrieren, spielerische Ansätze oder alternative Techniken – konnte Veronica Vertrauen schaffen und die Teilnehmerinnen ermutigen, ihre Komfortzone zu verlassen.
Auch im Teenager-Training wurde gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingegangen. Zwei Mädchen bereiteten sich beispielsweise auf einen Surf-Contest vor und erhielten angepasstes Training im Gym, das ihre Stärken förderte und gezielt auf ihre Schwächen einging. Teilnehmende in Teens und Erwachsenen Kursen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen sind selbstverständlich Teil der Trainings und Kurse – dabei wird besonderer Wert auf ein inklusives Umfeld gelegt, in dem alle gemeinsam surfen.
Ein zentrales Learning war die Bedeutung spielerischer und individueller Lehrmethoden:

Der Shelter Surf Kluba ist stark mit der lokalen Community verbunden. Dies zeigte sich nicht nur im generationsübergreifenden Training – von Kindern bis zu Teilnehmer:innen über 60 Jahren – sondern auch im inklusiven Ansatz.
Menschen mit Beeinträchtigungen wurden selbstverständlich in den Trainingsbetrieb integriert und erhielten die nötige Unterstützung, um gemeinsam mit anderen surfen zu können. Diese Offenheit und Selbstverständlichkeit prägten die gesamte Atmosphäre im Club.
Auch das Surf Gym spielte eine wichtige Rolle: Hier wurde gezielt an Bewegungsabläufen gearbeitet und individuell auf die Bedürfnisse der Surfer:innen eingegangen. Außerdem haben sich die meisten Mitglieder auch Online die Heats von Nadja Erostarbe angesehen und ihre Siege gefeiert.

Das Praktikum beim Shelter Surf Kluba hat gezeigt, dass Surfen weit mehr ist als ein Sport. Es ist ein Raum für persönliche Entwicklung, Gemeinschaft und Empowerment – insbesondere für Frauen und Mädchen.
Durch gezielte Unterstützung, sichtbare Vorbilder und eine inklusive Lernumgebung können Barrieren abgebaut und neue Zugänge geschaffen werden.
Für Veronica war diese Erfahrung nicht nur fachlich bereichernd, sondern auch persönlich prägend – ein tiefer Einblick in eine Surfkultur, die auf Respekt, Gemeinschaft und individueller Förderung basiert.
