Im Rahmen unseres Erasmus+-Projekts hatten Nora Meindhardt und Rafael Bruder Pedroso die Möglichkeit, vier Wochen mit dem Team der HopeZones Surf Academia zu arbeiten. Hierzu folgt ein kleiner Einblick zum Erlebnis.
Während unserer Hospitation durften wir in die portugiesische Surfkultur eintauchen, Trainingsprozesse begleiten und Einblicke in High-Performance-Programme, Big-Wave-Strukturen und ein innovatives Meeresschutzprojekte gewinnen.
Während unseres Aufenthalts unterstützten wir die Coaches im täglichen Training und begleiteten Athlet:innen von SUB12 bis hin zum Elite Level. Zusätzlich erhielten wir die Gelegenheit, bei mehreren Wettkämpfen vor Ort zu sein. Wo wir nationale Athleten wie Jéjé Vidal, Zekoni Macedo und auch internationale Coaches wie Rodrigo Sousa oder Manuel Gameiro kennenlernten und Shadown durften.

Auch das High Performance Center in Nazaré sowie der Surf Club in Viana do Castelo öffneten für uns ihre Türen und gaben uns einen Einblick in ihre Arbeit mit Nachwuchs- und Spitzensportler Innen. Ein methodisches Highlight war die Arbeit mit der ISA-akkreditierten Methode 7 von João Macedo, die uns half, unsere Surfer mit ihren Fähigkeiten richtig einzustufen, Trainingsprozesse gezielt zu strukturieren und somit nachhaltig Athleten:innen begleiten zu können.
So konnten wir für die Level 4, 5 und 6 den Fortschritt der Athleten über die vier Wochen beobachten und sogar mitwirken. Somit haben wir es mit Aktivierungsübungen und einer neuen Routine vor dem Betreten des Wassers geschafft, den Athleten etwas zu helfen. Ihre Reaktionszeiten wurden schneller, die Balance und Wahrnehmung nahm zu.
Mehrere Tage verbrachten wir in Nazaré, einem der ikonischsten Big Wave-Spots der Welt. Im Hafen trifft traditionelle Fischerarbeit – Boote, Netze und massive Anker – auf die hochspezialisierte Big-Wave-Szene mit Jetskis, Rescue Gear und mächtigen Guns.
Um unsere eigenen Kenntnisse im Bereich Sicherheit zu stärken, nahmen wir Ende Oktober am Surf Responder & Ocean Safety Kurs der Big Wave Risk Assessment Group (BWRAG) in Ericeira teil. Der zweitägige Kurs wurde von erfahrenen Big-Wave-Surfern und Rettungsschwimmern entwickelt und richtet sich speziell an Risiken größerer Wellen und Big-Wave-Spots.

Die Inhalte reichten von Surf Spot Analysen, Risikomanagement und Notfallplänen über Apnoe- und CPR-Training bis hin zu praktischer Wasserrettung. Einige Tage später haben wir Jetski-Manöver geübt und uns mit Tow-In-Techniken vertraut gemacht.
Zum Surfclub gehört die HopeZones Foundation, eine Non-Profit-Organisation, die sich dem Schutz der Ozeane und der Wiederherstellung mariner Ökosysteme widmet. Während unseres Praktikums konnten wir am Launch der ersten regenerativen Algenfarm Portugals, vom 14. bis zum 16. November 2025 in Nazaré, teilnehmen.
Die Auftaktveranstaltung, “Seaweed and Sustainability Summit” vereinte führende europäische Meereswissenschaftler:innen, Investor:innen der Blue Economy, politische Entscheidungsträger:innen sowie lokale Fischer und Surfer. In verschiedenen Panel Talks wurde diskutiert, wie regenerative Algenfarmen zum Schutz des Ozeans beitragen und langfristige Strategien zur Regeneration mariner Ökosysteme entwickelt werden können.

Am National Maritime Day wurde der erste Prototyp der Farm im Rahmen eines Awareness- und Fundraising-Events offiziell ins Wasser gesetzt. Gemeinsam mit Freediver:innen und Fischer:innen wurde die Installation vor der Küste umgesetzt – Besucher:innen konnten das Projekt auf Jetskis aus nächster Nähe betrachten und den Nazaré Canyon vom Wasser aus kennen lernen.
Die 22 Hektar große regenerative Algenfarm ist ein Projekt, initiiert von João Macedo, im Kampf um Marine Protected Areas und NO Take Zones. Der Standort Nazaré bietet durch einen geschützten Hafen und einer langen Fischerkultur lebt, ideale Voraussetzungen, um Fischer, Wissenschaftler und Surfer zusammen zu bringen, um sich und Daten für weitere Standorte entlang der Küste sammelt.
Regenerative Algenwälder leisten einen wichtigen Beitrag zu:
Nach einem großen Hafen-Cleanup kamen alle im „Mountains of the Sea Hangar“ von Big-Wave-Surfer und Club-Ambassador Nic von Rupp zusammen, um sich über das Projekt und seine Mission auszutauschen.
Ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu nachhaltigen, gesunden Ozeanen.
Unser vierwöchiger Aufenthalt war geprägt von inspirierenden Begegnungen, tiefen Einblicken in die portugiesische Surfkultur und Trainingsmethoden und der Möglichkeit, an einem innovativen Meeresschutzprojekt mitzuwirken. Wir sind dankbar, Teil dieses einmaligen Projektes gewesen zu sein und freuen uns darauf, unsere Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben. All das wäre ohne den DWV und dem Erasmus plus Programm nicht möglich gewesen. Danke an alle, die hier mitgewirkt haben!
